Schimmel an einer Wand oder Decke, Feuchtigkeitsschaden sichtbar Foto von Olena Shmahalo auf Unsplash

Schimmel von Putz entfernen: Worauf es ankommt

18. Februar 2026

Schimmel ist in Häusern leider ein sehr häufiges Problem. Er kann die Gesundheit gefährden, sieht unschön aus, und auf lange Sicht schwere Schäden verursachen. Besonders tückisch ist es, wenn sich der Schimmel im Putz festsetzt. Hier stellt sich die Frage: Reicht ein einfaches Abwischen aus oder muss der Fachmann ran?

Als Experten für Bausanierung bei Höllstern Construction wissen wir: Nur wer die Tiefe des Befalls versteht, kann sein Zuhause langfristig gesund halten.

Schimmel auf Putz erkennen: Mehr als nur ein optisches Problem

Schimmel ist ein Pilz, dessen Myzel (das Wurzelgeflecht) tief in poröse Oberflächen eindringen kann.

Putz reguliert in Innenräumen die Feuchtigkeit. Mineralische Putze können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Wenn jedoch die Feuchtigkeitslast zu hoch ist, etwa durch falsches Lüften, Baumängel oder Wärmebrücken, wird der Putz zum idealen Nährboden für Schimmelpilze. Staubablagerungen und Tapetenkleister auf dem Putz dienen dem Schimmel zusätzlich als „Nahrung“.

Schimmel auf Putz tritt selten als gleichmäßige Fläche auf, sondern meist in charakteristischen Mustern:

  • Punktförmiges Wachstum: Oft beginnt es mit kleinen, stecknadelkopfgroßen Punkten (meist schwarz, dunkelgrün oder grau), die sich nach und nach zu größeren Kolonien ausweiten.
  • Pelzige Oberfläche: Bei hoher Luftfeuchtigkeit bildet Schimmel oft ein feines, watteähnliches oder samtiges Geflecht (das Myzel). Wenn Sie die Wand flach im Gegenlicht betrachten, wirkt die Stelle „flauschig“.
  • Farbspektrum: Während schwarzer Schimmel der bekannteste ist, gibt es auch gelbe, rote oder weiße Arten. Vorsicht: Weißer Schimmel auf hellem Putz wird oft übersehen und erst spät entdeckt, wenn er bereits tief in die Struktur eingedrungen ist.

Oft riecht man den Schimmel auch, bevor man ihn sieht. Wenn Sie einen Raum betreten und Ihnen ein muffiger, erdiger oder moderiger Geruch entgegenschlägt, der auch nach intensivem Stoßlüften nicht verschwindet, ist dies ein fast sicheres Zeichen für einen verdeckten Schimmelbefall.

Die wichtigste Frage: Wie tief sitzt der Schimmel im Putz?

Das, was Sie an der Wandoberfläche sehen, ist oft nur der Fruchtkörper, während sich das eigentliche Problem unsichtbar im Material ausbreitet. Bevor Sie selbst Hand anlegen, sollten Sie einen „Kratztest“ machen. Wenn Sie die verfärbte Stelle vorsichtig mit einem Spachtel abkratzen und darunter weiterhin dunkle Verfärbungen sehen, ist der Schimmel im Putz bereits tief verankert.

Oberflächlicher Schimmelbefall

Bei oberflächlichem Schimmelbefall sind die tieferen Schichten des Putzes noch intakt. Der Schimmel nutzt lediglich die oberste Schicht als Lebensraum. Das tritt meist auf Tapeten (besonders Raufaser), Leimfarben oder auf Staubablagerungen auf, die sich auf dem Putz gesammelt haben. Auch Silikonfugen im Bad sind typische Orte für oberflächlichen Schimmel.

Oft handelt es sich hier um reine Kondensationsfeuchte. Wenn warme, feuchte Zimmerluft auf eine kalte Außenwand trifft, schlägt sich dort Feuchtigkeit nieder. Der Schimmel ernährt sich dann von der Zellulose der Tapete oder organischen Partikeln in der Wandfarbe.

Wenn Sie die betroffene Stelle vorsichtig abwischen (bitte nur mit Atemschutz!) und die darunterliegende Putzschicht hell, fest und sauber erscheint, haben Sie Glück gehabt. In diesem Fall reicht oft eine gründliche Desinfektion und eine Optimierung des Lüftverhaltens aus.

Tiefsitzender Schimmelbefall

In diesem Fall gilt: Das oberflächliche Reinigen ist lediglich Kosmetik. Der Pilz wird nach wenigen Wochen oder Monaten zurückkehren, da das Myzel (ein fadenförmiges Geflecht, das in die Kapillaren und Poren des Putzes einwandert) im Inneren der Wand überlebt hat.

Putzarten wie Gipsputz oder viele moderne Mischputze wirken wie ein Schwamm. Wenn eine Wand über längere Zeit feucht ist (z. B. durch einen unentdeckten Haarriss in einer Wasserleitung oder eine defekte Fassade), saugt sich das Material voll. Der Schimmel folgt der Feuchtigkeit nach innen. Er „frisst“ sich regelrecht in die mineralische Struktur, vor allem wenn organische Bindemittel im Putz enthalten sind.

Wenn Sie Schimmel, der tief im Putz sitzt, nur oberflächlich mit Chemie behandeln, töten Sie lediglich die sichtbaren Sporen ab. Das Wurzelgeflecht im Inneren bleibt jedoch lebendig. Sobald die Wirkung des Reinigungsmittels verfliegt, wächst der Schimmel von innen nach außen nach. Das ist der klassische „Jo-Jo-Effekt“, bei dem der Schimmel alle paar Wochen wiederkehrt.

Bei tiefsitzendem Befall ist die Kapillarstruktur des Putzes oft schon so stark geschädigt, dass das Material sandet oder seine Festigkeit verliert. Hier hilft nur noch die mechanische Sanierung: Der betroffene Putz muss großflächig bis auf das tragende Mauerwerk abgeschlagen und fachgerecht entsorgt werden, um das gesamte Myzel zu entfernen.

Schimmel von Putz entfernen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für kleine Flächen

Bei kleinen, oberflächlichen Stellen (unter 0,5 m²), die nicht auf bauliche Mängel zurückzuführen sind, können Sie versuchen, den Schimmel selbst zu behandeln.

Vorbereitung und Sicherheit

Unterschätzen Sie niemals die gesundheitliche Belastung durch Schimmelsporen. Tragen Sie bei der Arbeit immer:

  • Eine Atemschutzmaske
  • Schutzhandschuhe
  • Eine Schutzbrille

Halten Sie Fenster offen, aber die Zimmertür geschlossen, damit die Sporen nicht in andere Räume gelangen.

Schritt 1: Reinigungsmittel

Vergessen Sie Hausmittel wie Essig. Nutzen Sie stattdessen:

  • Hochprozentiger Alkohol (Isopropanol) entzieht dem Schimmel das Wasser und tötet ihn ab.
  • Wasserstoffperoxid wirkt bleichend und desinfizierend.
  • Chlorhaltige Reiniger  sind sehr effektiv, aber aufgrund der Dämpfe und der Bleichwirkung auf farbigem Putz mit Vorsicht zu genießen.

Schritt 2: Schimmel entfernen

Befeuchten Sie die betroffene Stelle leicht mit dem Mittel. Lassen Sie es einwirken und wischen Sie den Schimmel vorsichtig ab. Entsorgen Sie die verwendeten Lappen danach direkt im Hausmüll in einem verschlossenen Beutel.

Schritt 3: Nachbehandlung

Lassen Sie die Stelle gut austrocknen. Ein Föhn kann bei kleinen Stellen helfen, aber professionelle Bautrockner sind bei tieferer Feuchtigkeit effektiver.

Wann reicht Putzen nicht mehr aus und Abschlagen des Putzes ist notwendig?

Wenn der Schimmel im Putz steckt und die Struktur des Materials bereits angegriffen ist, hilft nur noch die mechanische Entfernung.

Das trifft zum Beispiel bei den folgenden Gegebenheiten zu:

  • Bei Befall von mehr als 0,5 Quadratmetern
  • Wenn der Putz sandet, bröckelt oder hohl klingt
  • Wenn nach der Reinigung weiterhin Geruchsbildung besteht
  • Wenn Feuchtigkeitsmessungen ergeben, dass die Wand im Kern nass ist

Professionelle Sanierer wie wir gehen dabei mit Unterdruckgeräten und speziellen Fräsen vor, um die Staubbelastung im Haus zu minimieren. Der Putz wird großflächig (ca. 50 cm über den sichtbaren Befall hinaus) entfernt, das Mauerwerk desinfiziert und anschließend mit speziellen Sanierputzen oder Kalkputzen neu aufgebaut.

Tipps zur Ursachenforschung und Vorbeugung

Es ist das wichtigste Gesetz der Bausanierung: Keine Schimmelsanierung ohne Ursachenbehebung. Wenn Sie den Schimmel von Putz entfernen, ohne zu wissen, warum er da ist, werfen Sie Geld aus dem Fenster.

Die häufigsten Ursachen sind:

  1. Wärmebrücken: Kalte Stellen an Außenwänden (Ecken, Fensterstürze), an denen Luftfeuchtigkeit kondensiert.
  2. Baumängel: Undichte Dächer, Risse in der Fassade oder defekte Rohrleitungen (der klassische Wasserschaden).
  3. Falsches Nutzerverhalten: Zu wenig Stoßlüftung oder das Zustellen von Außenwänden mit massiven Möbeln.
  4. Aufsteigende Feuchtigkeit: Fehlende Horizontalsperren im Fundament.

Nach der Sanierung ist vor dem Schutz. Wenn wir Wände neu verputzen, setzen wir auf Materialien, die Schimmel das Leben schwer machen:

  • Silikatfarben: Diese gehen eine chemische Verbindung mit dem Putz ein und sind hochgradig diffusionsoffen ("atmungsaktiv").
  • Kalk-Dämmputze: Sie erhöhen die Oberflächentemperatur der Wand und verhindern so Kondensat.
  • Klimaplatten (Kalziumsilikatplatten): Diese Platten können enorme Mengen Feuchtigkeit puffern und Schimmel aktiv verhindern.

Fazit: Handeln Sie rechtzeitig!

Schimmel auf Putz zu entfernen ist kein Projekt, das man auf die lange Bank schieben sollte. Aus einem kleinen Fleck kann innerhalb weniger Wochen ein handfestes Sanierungsproblem werden, das nicht nur die Bausubstanz, sondern vor allem Ihre Atemwege belastet.

Wenn Sie unsicher sind, ob eine einfache Reinigung ausreicht oder ob der Schimmel im Putz bereits tieferliegende Schäden verursacht hat, holen Sie sich Expertenrat ein.

Als Spezialisten für Bausanierung im Raum Karlsruhe sind wir Ihr Partner, wenn es um dauerhafte Lösungen geht.

Lassen Sie den Schimmel nicht Ihr Zuhause regieren. Vertrauen Sie auf Erfahrung und moderne Sanierungstechnik.

Kontaktieren Sie uns noch heute für ein unverbindliches Beratungsgespräch.